Wie schon in meinem ersten Kunstradio Aletheia geht es mir um rein zufällige Botschaften, die man mittels Codes entschlüsseln kann. Dieser Code nimmt die Form einer Abstraktion an, ich lasse manche Dinge außer acht und der Inhalt einer Botschaft wird frei gewählt. Dabei denke ich an Signale aus dem Kosmos, durch das das Hintergrundrauschen möglicherweise eingeschränkt, in denen Botschaften verborgen sein können. Im selben Rohmaterial können aber verschiedene Botschaften verborgen sein, d.h., man kann aus einer Botschaft Bedeutung herausholen, was vorher nur Rauschen war. Durch Änderung dieses Codes kann die frühere Bedeutung sinnleer sein und umgekehrt. Zum Beispiel trifft bei den Horizonten das reine Licht von der Sonne (weiß, d.h., es enthällt alle Farben und Informationen) auf den Film im geöffneten Kameragehäuse auf, bevor es noch, wie sonst in der Fotografie üblich, von einem Gegenstand reflektiert und daraufhin fotografiert wird. Im weißen Licht sind alle Farben enthalten. Nur ein Prisma kann sie trennen oder der Geist des Betrachters. In diesem Fall gibt das Licht die Information des reflektierten Gegenstandes an den Film weiter. Ich gebe als Code ein Filmmaterial mit einer bestimmten Spektralempfindlichkeit ein, und das Licht bildet sich selbst ab. An der Grenze zwischen geschütztem Film (in der Patrone) und ungeschütztem Film (außerhalb) bildet sich dann das Licht ab. Durch die Manipulation an den Filzhärchen der Patrone ergeben sich dann Horizonte. Ändere ich hier die Parameter (z.B. Infrarotfilm) wird aus Wüstenflimmern eine Eislandschaft.

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